Das Ziegengehege im Wildgatter wird umgebaut
Das „Herzstück“ des Wildgatters nennt Tierpfleger Damian Ziaja das 3500 Quadratmeter große Gehege hinter dem Spielplatz. Auch deshalb, weil es Besucherinnen und Besuchern von jeder Seite einen anderen Blick bietet. Mal schauen sie auf den Teich für die Enten, mal auf weitläufige Wiesen, an die sich das Greifvogelgehege anschließt.
Und bald soll sich hier noch mehr ändern. Das Herzstück des kleinen Tierparks ist derzeit eine große Baustelle, die als Kooperationsprojekt der Stadt Hildesheim und des Fördervereins Wildgatter läuft: Als Träger der Einrichtung übernimmt die Stadt die Planung und Überwachung der Bauarbeiten, während der Förderverein die Finanzierung stemmt. Und die ist keine Kleinigkeit – gut 130.000 Euro fließen insgesamt in die Neugestaltung des Geheges, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Hagenhoff. Eine Summe, die aus vielen, oft privaten Spenden zusammengetragen wird.
Dafür soll sowohl Besuchern als auch Tieren einiges geboten werden. Zum einen, so Ziaja, wird die gesamte Teichanlage modernisiert. „Der Teich wird doppelt so groß, wie er jetzt ist, und er wird als Naturteich angelegt.“ Heißt: Die in die Jahre gekommene Pumpenanlage wird erneuert, ein sogenannter Filtergraben wird angelegt, Pflanzen und Mikroorganismen sollen einen Teil der Reinigung übernehmen.
Die dafür notwendige technische Anlage befindet sich bereits in einem Container, der am Rand des Areals steht. Und wie das mit herumstehenden Containern so ist: Sie wirken in einer grünen Umgebung wie Fremdkörper. Deshalb sieht die Planung vor, das Ungetüm mit Holz zu verkleiden, eine Treppe dranzubauen und das Dach des Containers als Aussichtsplattform in das weite Gehege zu nutzen.
Von dort oben soll man die Tiere beobachten können. „Geplant ist, dass unsere Ziegen hier einziehen“, sagt Ziaja. Die sollen im hinteren Teil, angrenzend an das neue Greifvogelgehege, einen Stall bekommen – und davor einen echten Ziegenspielplatz mit hohen Felsen als Klettermöglichkeit. „Ziegen sind von Natur aus sehr verspielt“, sagt Hagenhoff. „Und sie brauchen den Klauenabrieb durch das Klettern auf schroffem und felsigem Grund, das ist wichtig für sie“, sagt Ziaja.
Der neue Zaun, der das Herzstück eingrenzt, steht bereits. Und ja, räumt Ziaja ein: Er wirkt optisch sehr dicht, man hat auf den ersten Blick nicht das Gefühl von Weite und Offenheit. „Das haben uns auch schon einige Besucher als Rückmeldung gegeben.“
Allerdings sei er wichtig, um die Tiere im Gehege, insbesondere die Hühner, Enten und Gänse, vor Angreifern wie dem Fuchs zu schützen. „Der neue Zaun bietet diese Sicherheit, da kommt kein Tier rüber oder unten durch“, so Ziaja: 40 Zentimeter tief sei der im Boden verankert. „Aber nur so können wir die Tiere frei laufen lassen. Sonst müssten wir sie zumindest nachts einsperren“, so der Tierpfleger.
Der gesamte Umbau soll zum Jahresende abgeschlossen sein. „Und wenn die Ziegen umgezogen sind, werden wir auch wieder Mufflons im Wildgatter haben“, verspricht Ziaja – auch das sei ein vielfach geäußerter Wunsch von Besucherinnen und Besuchern.
Während der Bauzeit wollen die städtischen Tierpfleger mit dem Förderverein zudem immer mal wieder kleinere Projekte realisieren. Solche wie die neuen Bänke und überdachten Hütten, die im vergangenen Jahr an acht Standorten rund um die Gehege aufgebaut wurden – und nun Schutz bieten, sollte mal überraschend ein Gewitter über den Steinberg hinwegziehen. Auch das Greifvogelgehege wurde im vergangenen Jahr nach langer Planungs- und Bauphase fertiggestellt. Neu ist auch der Container, in dem sich hinter einer Glaswand beobachten lässt, wie Küken schlüpfen. „Man kann bei uns die ganze Brutkette verfolgen“, sagt Hagenhoff. Eine wichtige Möglichkeit etwa auch für Kinder, die sonst wenig Bezug zu Tieren und deren Entwicklung haben und so im Wildgatter viel lernen können.
Geht es bei all den Neuerungen eher darum, den Tieren ein artgerechteres Zuhause zu bieten? Oder will man den Gästen Neues zeigen? „Beides“, sagt Ziaja, „aber in erster Linie ist ein Zoo immer dem Wohl der Tiere verpflichtet. Und danach den Besuchern.“
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 18. Juli, Text: Kathi Flau
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Das Wildgatter ist ein kleiner familienfreundlicher Zoo am Steinberg - mit einer großen Artenvielfalt. Als Förderverein sichern wir gemeinsam mit vielen Spenderinnen und Unterstützern, Mitgliedern und Tierpatinnen seit 2009 die Existenz unseres kleinen Zoos. Gemeinsam mit der Stadt Hildesheim sorgen wir dafür, dass unsere über 300 Tiere tagtäglich das bekommen, was sie brauchen:
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